Alternative Instrumente  
Statt neue Kredite zu beantragen auf alternative Instrumente setzen
 
AUF DER WUNSCHLISTE mittelständischer Unternehmer ist ein Punkt weiter nach oben gerückt: aus der Abhängigkeit der Banken befreien. Denn: Immer mehr Firmenchefs verzichten auf die traditionelle Kreditgewährung durch die Geldhäuser und setzen auf alternativer Möglichkeiten der Finanzierung. Von Leasing bis Mezzanine-Kapital.
 
"Bei innovativer
Finanzierung
stimmt auch
der Umsatz"

aus einer Studie
der Wirtschaftsprü-
fungsgesellschaft
Ernst & Young
 ERSTAUNLICH: Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young haben in ihrer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass unter den 1.000 untersuchen Mittelständlern jene besonders erfolgreich waren, die sich für eine Kombination aus klassischen und innovativen Finanzierungsmodellen entschieden hatten. Sie erzielten nämlich zwischen 2002 und 2005 im Durchschnitt ein Umsatzwachstum von 8,6 Prozent, also fast drei Prozent pro Jahr. Dagegen musste jenes Drittel der Firmen, das sich ausschließlich über Bankdarlehen finanzierte, Jahr für Jahr Umsatzrückgänge von rund ein Prozent hinnehmen. Im dreijährigen Beobachtungszeitraum sind sie insgesamt um 2,9 Prozent geschrumpft.
 
  
  
MIT DEN strengeren Eigenkapital-Vorschriften für Kreditinstitute - bekannt unter dem Kürzel Basel II - Wurden die Weishen gestellt. "Weil die Banken sich zurückziehen und die Kapitaldecke dünn ist, überdenken Unternehmer ihren Finanzierungsmix", erläutert Hans Mahn die Erfolge seiner Albis Leasing-Gesellschaft und erklärt damit zugleich die stetigen Zuwächse in der gesamten Branche.
VOR ALLEM die Großbanken verlieren im Kreditgeschäft massiv an Bedeutung für die mittelständische Klientel. In eine repräsentativen Untersuchung, initiiert von der Deutschen Gesellschaft für Qualität, dem Unternehmermagazin "impulse" und den Forum-Marktforschern aus Mainz, bezeichnet die Hälfte der 800 befragten Firmenchefs Sparkassen und Volksbanken als ihre wichtigsten Finanzpartner. Bei diesen beiden Gruppen des Kreditgewerbes driften denn auch Angebot und Nachfrage am wenigsten auseinander. So wurde


36 Prozent der Firmenkunden bei Sparkassen ein Kreditangebot unterbreitet und von 33 Prozent angenommen,


bei Volks- und Raiffeisenbanken lautet das entsprechende Verhältnis 25 zu 20 Prozent.


Dagegen überwiegt bei der Commerzbank das Angebot (25 Prozent) um das Fünffache die spärliche Nachfrage (5 Prozent).
Mitarbeiter an der Firma beteiligen  
 Firmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einer Unternehmensbeteiligung anbieten, können von deutlichen höheren Motivation der bei ihnen Beschäftigten ausgehen. So hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung festgestellt, dass in Betrieben mit Beteiligungsaktien die Wertschöpfung pro Beschäftigtem um 50 Prozent über der in Firmen ohne solche Programme liegt. Die häufigsten Formen sind:  
  Beteiligungsform
praktiziert
in Unternehmen
in Mio. Euro
mit Kapital
eingezahlt
von Mitarbeiter
 
 Belegschaftsaktie
550
10.000
2.000.000
 
 Stille Beteiligung
850
1.100
220.000
 
 Genussrechte
350
880
110.000
 
 Indirekte Beteiligung
450
450
90.000
 
 Darlehen
570
440
110.000
 
 GmbH-Anteil
200
90
6.000
 
 Genossenschaftsanteil
330
43
17.000
 
 Stand: Anfang 2004, Quelle AGP/GIZ 
 
 
 
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