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Der Gesundheitsmarkt wächst rasant
 
FITNESS, WELLNESS, BEAUTY - das sind Begriffe, die nicht mehr allein der Welt der Schönen und der Reichen zugeordnet werden. Denn: "Die Bereitschaft der Verbraucher nimmt kräftig zu, für ihre Gesundheit tiefer in die Tasche zu greifen", hat Andreas Reidl festgestellt, Geschäftsführer der Nürnberger Agentur für Generationen-Marketing. Von den Zahlen der vergangenen Jahre ausgehend, dürften die Umsätze im gesamten Gesundheitsmarkt bis 2020 um 50 Prozent wachsen.  
EINER DER Gründe: Das im Mai 2005 beschlossene Präventionsgesetz motiviert die Menschen zu mehr Eigeninitiative und selbst für ihre Gesundheit zu sorgen. Ob in Sportvereinen, Volkshochschulkursen oder Fitnessstudios - sie alle erweitern ihre Angebote.  
"Die Bereitschaft der Verbraucher nimmt zu, für ihre Gesundheit tiefer in die eigen Tasche zu greifen"

Andreas Reidl
Nürnberger Agentur für Generationen- Marketing
 BESONDERS DIE sogenannte Generation 50plus ist zunehmend an der Verbesserung ihres
Gesundheitlichen Zustandes interessiert. Und sie ist in der Lage, dafür das notwendeige Geld auszugeben. Nach Angaben des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind die Ausgaben für vorbeugende Maßnahmen im letzten um 25 Prozent gestiegen. Auf der Kölner Fachmesse "Bäder- & Wellnessreisen " wurde bekannt: 17 Prozent der Bundesbürger - also gut 13 Millionen - planen eine Kur im Urlaub und ähnlich viele (16 Prozent) wollen Wellnessferien buchen. Und: Jeder zweite, meist weibliche Deutsche ist bereit, etwa 25 Euro im Monat für Produkte der "gesundheits-orientierten Erholung und Entspannung" auszugeben, klärte eine Studie auf.
 
  
 Von der Entwicklung profitieren so unterschiedliche Branchen wie die Ernährungsberatung für übergewichtige Kinder, aber auch die Sanitärhersteller Hansgrohe mit seiner neuen Wellness-Dusche "Raindance". Und in den Buchhandlungen sind längst ganze Regale für Fitness-Themen reserviert. Vom Rückenbuch der Medizinprofessors Dietrich Grönemeyer über das "Praxisbuch Muskeltraining" bis zum "29-Stunden-Tag des Ironman-Manager".  
"Best Ager haben schon viel erlebt und bringen entsprechend Erfahrung mit"

Johann Konradt
Generationenexperte
aus Darmstadt
 "Gut Chancen für Existenzgründer"
JUNGUNTERNEHMER DIE die von dem neuen Trend profitieren wollen, sollten sich der besonderen Bedürfnisse der "Best Ager" annehmen. Denn die Generation 50plus verdrängt zunehmend die 14- bis 49-Jährigen von ihrem Konsumententhron. Heute schon sind 30 Millionen Deutsche älter als 50 Jahre und bis 2050 wird es hier zu Lande jeder Zweite sein.  
TROTZ MANCHER Nullrunde in der gesetzliche Rentenversicherung belegen statistische Berechnungen, dass die Senioren viermal so viel Geld zur Verfügung haben wie der Durchschnitt der noch berufstätigen Bevölkerung. Dank solider Ersparnisse und abgezahlter Immobilien.
BEST AGER stellen allerdings hohe Anforderungen an die Qualität der Produkte und die persönliche Beratung. Denn: "Die haben schon sehr viel erlebt und bringen entsprechend Erfahrung mit", weiß der Darmstädter Generationenexperte Johann Konradt. "Wer ihnen zum Beispiel ein Finanzprodukt verkaufen will, muss mit extrem kritischen Fragen rechnen."
IN DEN Vorstandsetagen der Geldhäuser und deren Marketingabteilungen werden die Bedarfsanalysen zwar in Produktangebote und Dienstleistungsofferten umgesetzt - nicht zuletzt wegen des hohen Anteils der Erben unter den über 50-Jährigen. Das Problem der Vermarktung liegt jedoch in der kundengerechten Umsetzung am Schalter. Lebenserfahrene Senioren nehmen selbst gut gemeinte Ratschläge eines 20-jährigen Beraters höchst selten an. Einen viel versprechenden Weg geht die Edeka-Gruppe. Testweise wird an drei Orten in Deutschland der "Markt der Generationen" betrieben. Mit großen Preisschildern, Lupen an den Regalen, Kassenbildschirmen mit großer Anzeige, breiten Gängen, rutschfesten Böden, Einkaufswagen mit Bremse und Ruhebänke zwischen Rotwein und Backstation. Am Eingang steht sogar ein Gerät zum Blutdruckmessen. Anschauungsunterricht für Existenzgründer.

 
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